10.03.2010 18:18:34 +0100
Futures & Options

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Der Future und Option Handel sowie deren Instrumente werden von LCI teilweise zur Gewinnoptimierung, aber auch als Absicherung innerhalb der LCI – Investorengemeinschaft und der "Exclusiven Rendite" genutzt.

Funktionsweise von Futures

 

Am Beispiel zweier großer europäischer Märkte (DAX und BUND) soll erklärt werden, wie Futures funktionieren:

 

DAX-Future  

Der DAX-Future ist ein Vertrag, die 30 DAX-Aktien entsprechend der Zusammensetzung des DAX zum einem festgelegtem Zeitpunkt (jeweils 3.Freitag im März,Juni,September,Dezember) zu einem festen Preis (Preise werden fortlaufend an der Terminbörse EUREX gehandelt) zu erwerben oder zu verkaufen. (=TERMINKONTRAKT oder FUTURES-KONTRAKT)  

Da der DAX-Future ein reines INDEX-Produkt ist, kommt es nicht zum Austausch effektiver Aktien, sonders bei Ablauf des Futures (Verfall) nur zu einem Barausgleich zwischen Erwerbspreis und sogenanntem Settlement-Preis.

Dieser Settlement-Preis für den DAX-Future wird jeden 3.Freitag zusammen (im März, Juni, September, Dezember) um 13.00 Uhr in der Xetra-Auktion der Deutschen Börse in Frankfurt festgestellt.

Der festgestellte Settlement-Preis ist zugleich Abrechnungsbasis für die zeitgleich auslaufenden DAX-Optionen.     

Viele Marktteilnehmer sind aber noch nicht einmal interessiert, bis zum Verfall des Futures warten, denn sie möchten lieber an den kurzfristigen Schwankungen des Futures partizipieren. Dazu ist es jederzeit möglich -aufgrund des fortlaufenden Handels an der Terminbörse- bisher eingegangene LONG- oder SHORT-Position durch ein entsprechendes Gegenschäft wieder glattzustellen.  

 

  -1                       0                        +1

 

SHORT               FLAT                   LONG

 

Jeder Trader kann drei mögliche Zustände annehmen: Short, Flat und Long. Durch einen Verkauf eines DAX-Futures ändert sich der Zustand von Flat auf Short. Das enstprechende Gegengeschäft ist der Rückkauf des Futures, um wieder flat zu werden. Gewinn und Verlust ergeben sich aus dem Abschluß der Preise der entsprechenden Geschäfte:  

Wurde der Verkauf mit 5067 Punkten durchgeführt, der Rückkauf mit 5046 Punkten abgeschlossen, so ergibt sich eine Differenz von +21 Punkten, d.h. der entsprechende Kauf lag 21 Punkte günstiger als der vorher abgeschlossene Verkauf. Aus diesem Geschäft ergibt sich ein Gewinn von 525 EURO pro Kontrakt. (1 Punkt im DAX sind 25 EURO) 

Da sich sogar innerhalb eines Tages sehr viele Handelschancen ergeben, ist es häufig auch attraktiv innerhalb eines Tages Positionen zu öffnen und durch entsprechende Gegengeschäfte wieder zu schließen (intra-day-trading).

Der nachstehende Chart zeigt den Verlauf des DAX-Futures.

 

 

Bund-Future

 

Der Eurex-Bund Future ist ein Terminkontrakt auf eine mit einem Kupon von 6% ausgestattete deutsche Staatsanleihe, denominiert in EURO ( seit 01.01.99).

Die Preise für diese  fiktive Staatsanleihe werden fortlaufend gehandelt, die entsprechend für die spätere Lieferung in Frage kommenden Anleihen können mittels Arbitrage-Verfahren gegen den Terminkontrakt umgerechnet werden.

Dabei gibt es jeweils eine (oder mehrere) für den entsprechenden Liefermonat lieferbare Anleihe (cheapest-to-deliver). Letzendlich wird aber der Preis des Bund-Futures über Arbitrage mit den entsprechenden Anleihen am Rentenmarkt im Gleichgewicht gehalten, so daß der BUND-Future ein repräsentativer Indikator für die Entwicklung am gesamten Rentenmarkt- und damit für die Zinsentwicklung geworden ist.

Auch hier ein Beispiel: Teilnehmer A kauft den ´Bund´ mit 112,42 und verkauft einige Tage später mit 114,09. So ergibt sich aus diesem Geschäft eine Differenz von +1,67 entsprechend einem Gewinn von 1670 EURO.

 (1 Cent im BUND entsprechen 10 EURO)

Zu allen Futures-Kontrakten werden von den Börsen entsprechende Sicherheitsleistungen (Margins) verlangt, damit der entsprechende Marktteilnehmer überhaupt diese Produkte handeln darf. Die Margin legen die Terminbörsen,z.B. EUREX, CME, CBoT fest. Sie können bei Bedarf (z.B. hohe Marktschwankungen) jederzeit geändert werden.

 

 

 

 

 

   

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Funktionsweise von Optionen

 

Im Gegensatz zu Futures sind Optionen die finanzmathematisch wesentlich komplizierteren Finanzinstrumente, denn der Preis von Optionen hängt nicht nur vom Underlying und der Restlaufzeit ab, sondern auch von anderen Einflußfaktoren. Prinzipiell gibt es zwei Grundarten von Optionen (Call und Put). Mit Hilfe der Black-Sholes Formel lassen sich Preise für Optionen theoretisch genau bestimmen, wobei verschiedene Annahmen gemacht werden.

 

Zunächst zu den Einflußgrößen auf den Preis von Optionen

 

1. das Underlying

 

2. die Restlaufzeit

 

3. der zugrunde liegende Basis- oder Strikepreis

 

4. die implizite Volatilität

 

5. der risikolose Finanzierungszins

 

Sofern inden Märkten keine Besonderheiten bestehen, steigen Calls bei steigendem Underlying. Das Delta des Calls drückt den Prozentsatz aus, mit dem der Call steigt, wenn sich das Underlying ändert.

Bsp.: Bei einem Delta von 0,5 steigt ein Call um 50 Cent, wenn das Underlying um 1 Euro steigt. Entsprechendes gilt für die Put-Seite (bei fallendem Underlying und einem Delta von 0,5 steigt der Put um 50 Cent, wenn das Underlying um 1 Euro fällt).

Betrachtet man alle anderen Einflußfaktoren fest und konzentriert sich nur auf die Restlaufzeit einer Optionen, so ist klar, daß die Option ihren Zeitwert zum Verfalltermin hin abbaut, denn Optionspreis = Innerer Wert + Zeitwert.

Als in-the-Money Optionen bezeichnet man Optionen, deren innerer Wert größer gleich Null ist. In the money Optionen haben typischerweise ein Delta größer 0,5.

Als out-of-the-money Optionen bezeichnet man Optionen, deren innerer Wert Null ist und die Optionsprämie lediglich aus dem Zeitwert besteht. out-of-the-money Optionen haben typischerweise ein Delta kleiner 0,5.

Von Strike bzw. Basispreis hängt natürlich ab, ob eine Option in-the-money oder out-of-the money ist.

 

Beispiel:

 

Der DAX steht aktuell bei 7500 Punkten.

 

Ein DAX-Call mit Strike 7400 ist ein in-the-money-call,

 

ein DAX-Put mit Strike 7600 ist ein in-the-money-put,

 

ein DAX-Put mit Strike 7400 ist ein out-of-the money put,

 

ein DAX-Put mit 7600 ist ein in-the-money-put.

 

Während der innere Wert bei in-the money-optionen eindeutig aus der Differenz zwischen strike price und underlying-price definiert ist, stellt also die Bestimmung des Zeitwertanteil die eigentliche finanzmathematische Aufgabe dar.

Neben der Restlaufzeit spielt bei der Bestimmung dieses Anteils die vom Markt antizipierte Volatilität oder 'implizite Volatilität' eine gewichtige Rolle beim Pricing von Optionen dar. Der impliziten Volatilität kommt insofern besondere Bedeutung bei, weil diese Größe keine eindeutig bestimmbare Größe ist, sondern eine vom Markt für die Restlaufzeit der Option erwartete Größe über die Schwankungsfreudigkeit des Underlyings ist.

Die implizite Volatilität ist daher die wichtigste Größe, die als direkte Kennzahl für das Pricing von Optionen verwandt wird. Bei der Frage des Kauf oder des Verkaufs von Optionen sollte daher der Anleger immer hinterfragen, mit welcher impliziten Volatilität Optionen gepreist sind.

Typischerweise schwankt die implizite Vola bei Aktienindexprodukten zwischen 13 und 30 Prozent, in Spitzenzeit des September/Oktober 1998 wurden im DAX auch über 40% bezahlt.

Bei einzelnen DAX-Aktien treten typischerweise Vola's zwischen 20 und 40 Prozent auf. Bei Aktien am Neuen Markt werden um die 50%, in Extremfällen teilweise sogar 100% bezahlt.

Bei Zinsprodukten (z.B. Optionen auf den Bund-Future) liegt die typische Vola bei 4 bis 8 Prozent, bei Devisen bei 5 bis 15 %.

Zum Schluß spielt noch der risikolose Finanzierungszins eine, wenn auch schwache Einflußgröße dar: Hier wird der Tatsache Rechnung getragen, daß der Optionskäufer den Kaufpreis (die Prämie) finanzieren muss, bzw. der Prämienempfänger einen Zinsvorteil entsprechend der Restlaufzeit hat.